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Glossar

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  • Aktienmarkt
    Markt, auf dem Papiere ausgegeben und gehandelt werden, die ihrem Inhaber ein partielles Besitzrecht am Kapital eines Unternehmens verleihen. Der Hauptunterschied zu den Schuldtiteln besteht darin, dass die Aktien nicht vom Emittenten zurückgezahlt werden müssen.
  • Anhang (Jahresabschluss)
    Im Anhang werden verschiedene Rubriken der Bilanz und der Ergebnisrechnung ausführlich gegliedert und genauer erklärt.
  • Arbeitsmarkt
    Auf dem Arbeitsmarkt werden Arbeitsangebot und -nachfrage miteinander in Beziehung gebracht. Die Arbeit wird von den Arbeitgebern nachgefragt und von den Arbeitnehmern angeboten.
  • Arbitrage
    Handlung, die darin besteht gleichzeitig zu kaufen und zu verkaufen oder einen Kredit aufzunehmen und zu gewähren, um von Kurs- und Zinsmargen zu profitieren. Durch Arbitragegeschäfte werden Kurse und Zinsen nivelliert.
  • Assignat
    Papiergeld, das durch die konfiszierten Güter der Kirche und des Adels gedeckt war und von Frankreich vom 19. Dezember 1789 bis zum 19. Februar 1796 in Umlauf gegeben wurde.
  • Auslosung [4]
    Auslosung der rückzahlbaren Nummern einer Prämienanleihe. Siehe Prämienanleihe.
  • Außenhandelsbilanz
    Die Außenhandelsbilanz gibt den Unterschied zwischen dem Wert der aus einem Land ausgeführten und dem Wert der eingeführten Waren wieder. Die gesamte Auenhandelsbilanz, die alle ausgeführten und eingeführten Waren einschließt, ist eine der Hauptkomponenten der Zahlungsbilanz.
  • Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) [5]
    Internationale Finanzorganisation, deren Hauptaufgabe es ist, die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken der Industrieländer zu fördern. Die BIZ fungiert als „Bank der Zentralbanken“ und hat ihren Sitz in Basel.
  • Bankenunion [6]
    Die Bankenunion ist ein System für die Beaufsichtigung und Abwicklung von Banken auf EU-Ebene, das auf Grundlage EU-weiter Vorschriften funktioniert. Sie besteht aus drei wesentlichen Bausteinen: (1) dem einheitlichen Regelwerk, (2) dem einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM), (3) dem einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRM). Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Bankensektor im Euro-Währungsgebiet und in der EU insgesamt sicher und zuverlässig ist und dass die Abwicklung insolvenzgefährdeter Banken nicht zulasten des Steuerzahlers geht und möglichst geringe Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat.
  • Bargeld
    Sämtliche von der nationalen Zentralbank ausgegebenen und von den Wirtschaftsakteuren gehaltenen Banknoten und Münzen.
  • Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht [7]
    Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 von den Gouverneuren der G-10 gegründet. Er beschäftigt sich mit Problemen der Bankenaufsicht, insbesondere mit den Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute.
  • Belgian Treasury Bills, BTB
    Stückelose Anleihen in Euro und in Fremdwährungen mit kurzer Laufzeit, die von der belgischen Staatskasse ausgegeben werden. Sie sind mit den Schatzanweisungen verwandt, die in Euro ausgestellt werden, können aber im Gegensatz zu Letzteren durchgehend ausgegeben werden.
  • Benchmark
    Bei Investitionen ist die Benchmark ein Referenzportefeuille oder –index, basierend auf den Liquiditäts-, Risiko- und Renditeerwartungen. Die Benchmark dient als Vergleichsmöglichkeit für die Leistungsfähigkeit des eigentlichen Portefeuilles.
  • Bilanz (Jahresabschluss) [8]
    Die Bilanz gibt die Vermögenslage eines Unternehmens am Ende des Geschäftsjahres wieder. Auf der einen Seite hat man die Vermögensgegenstände des Unternehmens (seine "Aktiva"). Dazu gehören zum Beispiel die Grundstücke und Bauten, die es besitzt, sein Fahrzeug- oder Maschinenpark, seine Vorräte (Rohstoffe, Waren), die Forderungen gegenüber den Kunden, die Bankguthaben usw. In der anderen Waagschale liegen die Finanzierungsmittel des Unternehmens (seine "Passiva"). Es handelt sich dabei zum Beispiel um das von den Aktionären eingezahlte Kapital, um die bei Kreditinstituten aufgenommenen Gelder, um Handelsschulden, aber auch um Rücklagen und "Notgroschen", die gebildet wurden, um für unerwartete Ausgaben gerüstet zu sein. In der Bilanz sind diese Aktiva und Passiva alle in ganz bestimmte Positionen unterteilt.
  • Bimetallismus
    Dieses auf den beiden Metallstandards Gold und Silber basierende Währungssystem war bis Mitte des 19. Jahrhunderts praktisch überall in Kraft. Die Entdeckung ergiebiger Goldminen (1848 in Kalifornien und 1851 in Australien) und Silberminen (Nevada) führte zu übermäßigen Unterschieden bei der Kursentwicklung dieser beiden Metalle, was die Funktionsweise des Systems störte und allmählich zu seiner Abschaffung führte.
  • Bretton Woods
    In Bretton Woods, einem Ferienort in New Hampshire, wurden 1944 die Grundsteine für das internationale Währungssystem gelegt. Dort trafen sich die Finanzexperten der Alliierten des Zweiten Weltkriegs, um die finanziellen Bedingungen für den Frieden festzulegen. Mit dem neuen System sollten die Währungsschwankungen verhindert, ein flexibleres System als der Goldstandard entwickelt und die Wechselkurse stabilisiert werden. Das neue System basierte nicht nur auf dem Gold, sondern auch auf dem US-Dollar. Es blieb bis Anfang der Siebzigerjahre bestehen, als Präsident Nixon das Floaten des Dollars verordnete. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank sind zwei Institutionen, die auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet wurden.
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)
    Bruttowertschöpfung (d. h. vor Abzug der Abschreibungen) der Volkswirtschaft in der Berichtsperiode. Seine Änderung im Zeitablauf resultiert aus der Änderung der produzierten Mengen und der Preise (Änderung des realen BIP oder des BIP in konstanten Preisen).
  • Buchgeld
    Immaterielles Guthaben auf Sichtkonten bei Banken, auf Postscheckkonten oder auf Konten der Staatskasse.
  • Bürgschaften [9]
    Barzahlungen, Obligationen und Kassenobligationen der EU, die im Rahmen administrativer Sicherheitsleistungen oder aufgrund der Sozialgesetzgebung bei der Hinterlegungs- und Konsignationszentralkasse hinterlegt werden.
  • Corporate governance [10]
    Verfahren und Prozesse, mit denen eine Organisation geführt und kontrolliert werden kann. Die Führungs- und Kontrollstruktur bestimmt die Verteilung der Rechte und Pflichten zwischen den einzelnen Teilnehmern der Organisation und legt die Beschlussfassungsregeln und –verfahren fest.
  • Deflation
    Allgemeiner und anhaltender Preisrückgang.
  • Delors-Bericht
    Der im April 1989 von einer Expertengruppe unter Einschluss der Präsidenten der nationalen Zentralbanken vorgelegte Delors-Bericht schafft die Grundlagen für den Euro und definiert den Übergang auf die Wirtschafts- und Währungsunion als einen dreistufigen Prozess. Die Bestimmungen des Maastricht-Vertrags beruhen zum Großteil auf dem Gedankengut dieses Berichts.
  • Devisenmarkt
    Markt, auf dem die Händler (Finanzinstitute, Unternehmen) eine Währung gegen eine andere kaufen und so die Wechselkurse entstehen.
  • Devisenreserven
    Von den Zentralbanken gehaltene Einlagen und Wertpapiere in ausländischer Währung und Gold.
  • Devisenswap
    Gleichzeitiges Kassa- und Termingeschäft mit zwei unterschiedlichen Währungen. Das Eurosystem kann Offenmarktgeschäfte in Form von Devisenswaps durchführen, wobei die nationalen Zentralbanken (oder die EZB) per Kassa Euro gegen eine ausländische Währung kaufen oder verkaufen und diese gleichzeitig per Termin weiterverkaufen oder zurückkaufen.
  • Direktinvestitionen [11]
    Auslandsinvestitionen mit dem Ziel, eine dauerhafte Beteiligung an einem in einer anderen Volkswirtschaft niedergelassenen Unternehmen zu erwerben.
  • Direktorium (EZB) [12]
    Eines der Entscheidungsorgane der EZB. Es umfasst den Präsidenten und den Vizepräsidenten der EZB sowie vier weitere Mitglieder, die von den Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder einvernehmlich ernannt werden.
  • EONIA (Euro overnight index average)
    Auf der Basis effektiver Umsätze berechneter Durchschnittszinssatz für Tagesgeld im Euro-Interbankengeschäft. Er wird als gewichteter Durchschnitt der Sätze für unbesicherte Euro-Übernachtkontrakte, die von einer Gruppe repräsentativer Banken gemeldet werden, berechnet.
  • EZB-Rat [12]
    Oberstes Entscheidungsorgan der Europäischen Zentralbank (EZB). Er besteht aus allen Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Länder, die den Euro eingeführt haben.
  • Einheitlicher Abwicklungsmechanismus (SRM) [13]
    Mit dem SRM werden Instrumente für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und bestimmten Investmentfirmen im Euroraum und anderen teilnehmenden Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt. Der SRM ist eine zentrale Komponente der Bankenunion.
  • Einheitlicher Aufsichtsmechanismus (SSM) [14]
    Mit dem Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) gibt es einen neuen Rahmen für die Bankenaufsicht in Europa. Er umfasst die EZB und die nationalen Aufsichtsbehörden der teilnehmenden EU-Länder. Sein Hauptzweck besteht darin, die Sicherheit und Solidität des Bankensystems in Europa zu gewährleisten sowie die Finanzintegration und -stabilität in Europa zu stärken. Der SSM stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Schaffung einer Bankenunion in der EU dar.
  • Einlagefazilität
    Ständige Fazilität des Eurosystems, die es den Gegenparteien ermöglicht, Guthaben zu einem vorher festgesetzten Zinssatz bei einer Zentralbank anzulegen.
  • Eintragung mit Namen [15]
    Vermerk in einem speziellen Verzeichnis ('Hauptbuch') mit Angabe der Identität des Gläubigers und der Höhe seiner Schuldforderung.
  • Elektronisches Geld (e-money)
    Elektronische Geldwertreserve auf einem technischen Träger, der weitgehend als vorausbezahltes Inhaberinstrument verwendet werden kann, um Zahlungen an Drittinstitute vorzunehmen, ohne dass die Transaktion über Bankkonten laufen muss.
  • Ergebnisrechnung (Jahresabschluss) [8]
    Die Ergebnisrechnung gibt einen Überblick über die Einnahmen- und Ausgabenströme eines bestimmten Zeitraums, dem so genannten "Geschäftsjahr". Bei der Ergebnisrechnung wird unterschieden zwischen dem betrieblichen Ergebnis, dem Finanzergebnis und dem außerordentlichen Ergebnis.
  • Erweiterter Rat (EZB) [12]
    Eines der Entscheidungsorgane der EZB. Er besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB und den Gouverneuren aller nationalen Zentralbanken der EU.
  • Euribor (Euro Denominated Interbank Offered Rate)
    Durchschnittszinssatz, zu dem ein erstklassiges Kreditinstitut bereit ist, einem anderen Kreditinstitut mit höchster Bonität Euro-Gelder zur Verfügung zu stellen. Der EURIBOR wird täglich für Interbankeinlagen mit einer Laufzeit von einer Woche sowie von einem bis zwölf Monaten als Durchschnitt der von repräsentativen Banken verlangten Zinssätze ermittelt und auf drei Dezimalstellen gerundet.
  • Euro [16]
    Name der europäischen Einheitswährung, der auf der Tagung des Europäischen Rats am 15. und 16. Dezember 1995 in Madrid beschlossen wurde.
  • Euro-Gruppe
    Informelles Gremium der Mitglieder des ECOFIN-Rats, die die Länder des Euro-Währungsgebiets vertreten. Es tritt regelmäßig zusammen (im Allgemeinen vor den Sitzungen des Ecofin-Rats), um über Fragen der gemeinsamen Verantwortlichkeit der Länder des Euroraums für die gemeinsame Währung zu diskutieren.
  • Euro-Währungsgebiet [17]
    Das Gebiet der Mitgliedstaaten, die den Euro gemäß dem Maastricht-Vertrag als gemeinsame Währung eingeführt haben und in denen unter der Verantwortung des EZB-Rats eine einheitliche Geldpolitik betrieben wird. Im Jahr 2015 umfasst das Euro-Währungsgebiet Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.
  • Euroclear [18]
    Unternehmen, bei dem Wertpapiere deponiert werden und das für den Handel mit und die Abwicklung von Transaktionen mit ausländischen Wertpapieren und grenzüberschreitenden Geschäften mit nationalen Titeln sorgt.
  • Europäische Kommission [19]
    Institution der Europäischen Gemeinschaft, die für die Durchführung der Bestimmungen des Maastricht-Vertrags verantwortlich ist. Die Kommission bestimmt die Grundzüge der EU-Politik, legt EU-Gesetzesentwürfe vor und übt in bestimmten Bereichen Befugnisse aus. Auf wirtschaftlichem Gebiet schlägt die Kommission allgemeine wirtschaftspolitische Leitlinien vor und berichtet dem EU-Rat über die Wirtschaftsentwicklung und -politiken. Sie überwacht die öffentlichen Finanzen im Rahmen der multilateralen Aufsicht und erstattet dem Rat Bericht.
  • Europäische Währungsschlange
    Am 24. April 1972 beschlossen Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und die Niederlande, dass die Wechselkurse ihrer Währungen nicht um mehr als 2,25 % voneinander abweichen dürfen. Dieses System ist unter dem Namen „Währungsschlange“ bekannt.
  • Europäische Zentralbank (EZB) [20]
    Die EZB steht im Zentrum des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und des Eurosystems und besitzt Rechtspersönlichkeit gemäß Gemeinschaftsrecht. Sie sorgt dafür, dass die dem Eurosystem und dem ESZB übertragenen Aufgaben von ihr selbst oder von den nationalen Zentralbanken nach Maßgabe der Statuten des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank erfüllt werden. Die EZB wird vom EZB-Rat, vom Direktorium und von einem dritten Entscheidungsgremium, dem Erweiterten Rat, geleitet.
  • Europäischer Rat
    Verleiht der Europäischen Union die notwendigen Entwicklungsimpulse und legt die allgemeinen Leitlinien der entsprechenden Politik fest. Der Rat besteht aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten und dem Präsidenten der Europäischen Kommission.
  • Europäisches Finanzaufsichtssystem [21]
    Die Aufgabe des Europäischen Finanzaufsichtssystems, ist die Sicherstellung der Aufsicht über das Finanzsystem der Europäischen Union. Neben dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) umfasst das ESFS die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA), die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), den Gemeinsamen Ausschuss der Europäischen Aufsichtsbehörden (ESA), und die zuständigen Behörden bzw. die Aufsichtsbehörden in den Mitgliedstaaten.
  • Europäisches System der Zentralbanken (ESZB) [22]
    Besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller EU-Mitgliedstaaten, d. h. es umfasst neben den Mitgliedern des Eurosystems die NZBen der Mitgliedstaaten, die noch nicht den Euro eingeführt haben. Das ESZB wird vom EZB-Rat, dem EZB-Direktorium und dem dritten Beschlussorgan der EZB, dem Erweiterten Rat, verwaltet
  • Europäisches Währungsinstitut (EWI)
    Eine temporäre Institution, die zu Beginn der 2. Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1994 gegründet wurde. Bei der Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde das EWI aufgelöst.
  • Europäisches Währungssystem
    Zwischen März 1979 und Januar 1999 bildeten die Länder der Europäischen Gemeinschaft das Europäische Währungssystem (EWS). Der EWS-Wechselkursmechanismus basierte auf einem System festgelegter Leitkurse zwischen den teilnehmenden Währungen. Gemäß dem Maastricht-Vertrag wurde das EWS im Jahre 1999 in die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) umgewandelt.
  • Eurosystem
    Umfasst die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken (NZBen) der Mitgliedstaaten, die den Euro in der dritten Phase der Wirtschafts- und Währungsunion eingeführt haben (vgl. Euro-Währungsgebiet). Das Eurosystem wird vom EZB-Rat und vom EZB-Direktorium geleitet.
  • Feinsteuerungsoperation
    Unregelmäßig durchgeführtes Offenmarktgeschäft, das hauptsächlich darauf abzielt, bei unerwarteten Liquiditätsschwankungen (z. B. einer starken Banknotennachfrage, die tendenziell die Einlagen der Kreditinstitute beim Eurosystem verringert) die sehr kurzfristigen Geldmarktzinsen zu stabilisieren.
  • Finanzinstitut
    Unternehmen, dessen Haupttätigkeit darin besteht, finanzielle Verpflichtungen einzugehen (Einlagen entgegenzunehmen, Schuldverschreibungen auszugeben usw.) und Finanzaktiva zu erwerben (Kredite zu gewähren, Wertpapiere zu kaufen usw.) oder ähnliche Finanzgeschäfte zu tätigen. Kreditinstitute, Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und Börsengesellschaften sind Finanzinstitute.
  • Finanzkonten
    Konten, die das Finanzvermögen (zu einem bestimmten Zeitpunkt) und die Finanzgeschäfte (in einem bestimmten Zeitraum) der großen Sektoren der Volkswirtschaft (Finanzinstitute, Nicht-Finanzgesellschaften, private Haushalte, Behörden) beschreibt, unterteilt nach Instrumenten (Bargeld, Einlagen, Wertpapiere, Kredite usw.).
  • Forum für Finanzmarktstabilität [7]
    Das Forum für Finanzmarktstabilität wurde im April 1999 gegründet, um die internationale Zusammenarbeit und Koordination im Rahmen der Finanzmarktaufsicht zu verstärken. Das Forum hat 42 Mitglieder: neben dem Vorsitzenden, der persönlich gewählt wird, drei Vertreter jedes G7-Lands (des Finanzministeriums, der Zentralbank und der obersten Aufsichtsbehörde), ein Vertreter der Zentralbank Australiens, der Niederlande, von Hong Kong und Singapur, zwei Vertreter des IWF und ebenso viele der Weltbank, ein Vertreter der OECD und einer der BIZ, jeweils zwei Vertreter folgender Organisationen: Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO), Internationale Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) und ein Vertreter des International Accounting Standards Committee (IASC) sowie je ein Vertreter der beiden Fachausschüsse der Zentralbanken, nämlich des Ausschusses für das weltweite Finanzsystem und des Ausschusses für Zahlungs- und Verrechnungssysteme.
  • Gegenpartei
    Vertragspartner eines Finanzgeschäfts (z. B. jede Partei, die ein Geschäft mit einer Zentralbank durchführt).
  • Geldmarkt
    Markt, auf dem sich die Kreditinstitute kurzfristige Kredite (in der Regel bis zu einem Jahr) gewähren, um ihre Einlagen beim Eurosystem anzupassen. Im Euro-Währungsgebiet ist der Geldmarkt vereinheitlicht: Jedwede Zinsspanne zwischen einzelnen Ländern würde zu Arbitrage führen.
  • Geldmenge
    Im engen Sinne die Gesamtheit der Guthaben, die als Zahlungsmittel dienen, wie Banknoten und Münzen (Bargeld) und Sichteinlagen (Buchgeld). Im weiten Sinne umfasst die Geldmenge auch Guthaben, die recht kurzfristig und ohne größeren Kostenaufwand in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, wie z. B. Spareinlagen.
  • General Agreements to Borrow (GAB)
    Im Jahre 1962 von den zehn reichsten IWF-Mitgliedstaaten, darunter Belgien, getroffene Vereinbarung, um neben den festen Beiträgen dem Fonds zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Die GAB-Teilnehmer werden G-10 genannt, obgleich die Schweiz 1964 das elfte Mitgliedsland wurde.
  • Generalkomissariat für den Euro
    Das Generalkomissariat für den Euro wurde im November 1996 in Belgien gegründet, um die Initiativen des öffentlichen und privaten Sektors hinsichtlich des Übergangs auf die europäische Einheitswährung zu koordinieren und zu fördern und einen möglichst fließenden Übergang auf den Euro zu erreichen. Es war bei der Belgischen Nationalbank angesiedelt, die Mitarbeiter dafür abstellte und für einen reibungslosen Betriebsablauf sorgte. Das Generalkomissariat für den Euro wurde kurz nach Einführung des Euro-Bargelds im Frühjahr 2002 aufgelöst.
  • Gesetzlicher Kurs
    Der gesetzliche Kurs ist die vom Gesetz vorgeschriebene Pflicht, ein bestimmtes Währungsinstrument zur Zahlung anzunehmen. Die belgische Banknote wurde erst 1873 gesetzliches Zahlungsmittel.
  • Gutt-Operation
    Währungssanierungsoperation, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Finanzminister Camille Gutt mit dem Ziel durchgeführt wurde, die Geldmenge zu verringern und die Preise zu stabilisieren. Die Geldzeichen wurden aus dem Umlauf genommen und die Bankeinlagen sowie die Sicht- und Terminkonten gesperrt. Das „vorübergehend nicht verfügbare Geld“ wurde 1949 freigegeben, während die „endgültig gesperrten“ Beträge ab den Fünfzigerjahren in Tranchen zurückgegeben wurden.
  • Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)
    Maßstab für das allgemeine Verbraucherpreisniveau, der das Verhältnis zwischen dem Durchschnittspreis eines Bündels von Gütern und Dienstleistungen im Berichtszeitraum und dem eines Referenzzeitraums zeigt.
  • Hauptbuch [23]
    Alle für eine bestimmte Staatsanleihe eingetragenen Gläubiger. Die Dienststelle der Hauptbücher ist Teil des Schatzamts und verwaltet diese namentlichen Eintragungen von natürlichen und juristischen Personen. Sie ist ferner für die Einhaltung der Fälligkeitstermine von Zinszahlungen und für die Rückzahlung des Kapitals bei Endfälligkeit zuständig.
  • Hauptrefinanzierungsgeschäft [24]
    Wöchentlich durchgeführtes Offenmarktgeschäft des Eurosystems.
  • Hinterlegungs- und Konsignationszentralkasse [25]
    Eine staatliche Einrichtung, die zum Föderalen Öffentlichen Dienst Finanzen gehört. Die Kasse erhält und verwahrt alle Hinterlegungen, Bürgschaften und Konsignationen, die aufgrund richterlicher oder administrativer Beschlüsse bzw. aufgrund von Gesetzen und Verordnungen durchgeführt werden müssen.
  • Inflation
    Allgemeiner und anhaltender Preisanstieg
  • Inhaberwertpapier
    Anteile oder Obligationen in Form von Papieren. Der Eigentümer ist diejenige Person, die im Besitz des betreffenden Wertpapiers ist. Der Eigentumsübergang erfolgt durch einfache Aushändigung des Wertpapiers.
  • Institut für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (IVG) [26]
    Das Institut für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen hat die Aufgabe, die wichtigsten makroökonomischen Statistiken und Vorhersagen zu erstellen. Das IVG arbeitet zu diesem Zweck mit drei assozierten Institutionen zusammen: dem Nationalen Statistikinstitut, dem Federalen Planbüro und der Belgischen Nationalbank.
  • International Accounting Standards (IAS) [27]
    Vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichte Richtlinien, die weltweit bindende Normen für die Bereitstellung von eindeutigen und vergleichbaren Daten zur Rechnungslegung für allgemeine Zwecke darstellen. Im April 2001 gab das IASB bekannt, dass seine Rechnungslegungsstandards künftig „international financial reporting standards“ heißen werden.
  • Internationaler Währungsfonds (IWF) [28]
    Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods in den Vereinigten Staaten gegründet. Als eine der Bretton-Woods-Institutionen ist der IWF darum bemüht, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währung zu fördern und eine ausgewogene Entwicklung des internationalen Handels zu ermöglichen.
  • Intrastat [29]
    Über die monatliche Intrastat-Meldung erteilen die Unternehmen Informationen über ihre innergemeinschaftlichen Warenflüsse, außer wenn der Betrag unter einem bestimmten Jahresgrenzwert bleibt. Diese Angabe mit allen Aukünften über den Warenein- und -ausgang in/aus anderen EU-Ländern muss direkt an die Nationalbank geschickt werden.
  • Jahresabschluss [8]
    Der Jahresabschluss gibt einen Überblick darüber, wie das Unternehmen geführt wurde, sofern sich dies in Geldbeträgen ausdrücken lässt. Der Jahresabschluss besteht aus folgenden Teilen: Bilanz, Ergebnisrechnung, Anhang, Sozialbilanz.
  • Ketteneuros [30]
    Mittel um beim Berechnen verschiedener wirtschaftlichen Aggregate (wie z.B. das BIP, die Investitionen, der Verbrauch der Haushalte) nur die Volumenveränderungen wiederzugeben und den Effekt der Preisveränderungen zu eliminieren.
  • Klassische Staatsanleihen
    Mittel- und langfristige Staatsanleihen, die sowohl von privaten Anlegern als auch von institutionellen Investoren gezeichnet werden konnten. Ab 1996 wurden sie durch Staatsbonds ersetzt, die nur von privaten Anlegern gezeichnet werden können.
  • Konjunktur [31]
    Zustand der Wirtschaft im Konjunkturzyklus, der durch unterschiedlich lang und kräftig ausfallende Phasen der Wirtschaftsexpansion und –verlangsamung gekennzeichnet ist.
  • Konsultationen im Rahmen von Artikel IV [28]
    Um die makroökonomischen und wechselkurspolitischen Entwicklungen der MItgliedstaaten zu überwachen, organisiert der IWF mit allen Ländern jährlich bilaterale Konsultationen über deren Wirtschafts- und Währungspolitik. Im Anschluss gibt der IWF eine Stellungnahme ab und kann dem jeweiligen Land entsprechende Empfehlungen geben. Diese Empfehlungen sind jedoch nicht bindend. Zweimal im Jahr wird die Weltwirtschaftslage im „World Economic Outlook“ kommentiert.
  • Kreditinstitut
    Unternehmen, dessen Tätigkeit darin besteht, vom Publikum Einlagen oder sonstige rückzahlbare Gelder entgegenzunehmen und Kredite auf eigene Rechnung zu gewähren. Banken und Sparkassen sind Kreditinstitute.
  • Kreditrisiko
    Das Risiko, das eine Gegenpartei einer Verbindlichkeit zur Fälligkeit oder zu einem späteren Zeitpunkt nicht nachkommt.
  • Kreditzuteilung
    Verfahren, mit dem das Eurosystem bei der Bereitstellung von Liquidität einen Wettbewerb (in Form eines Tenderverfahrens) unter den Kreditinstituten des Euro-Währungsgebiets veranstaltet.
  • Lateinische Münzunion
    Die Lateinische Münzunion (1865-1926) war ein Abkommen zwischen einigen Ländern, ihre Münzen nach einem genau gleichen Münzstandard zu prägen. Die großen Silberstücke und die Goldmünzen der einzelnen Länder sahen zwar verschieden aus, hatten aber einunddenselben Wert. Die an der Lateinischen Münzunion teilnehmenden Länder waren Frankreich, Italien, die Schweiz, Belgien und Griechenland.
  • Lender of last resort
    Wenn die Geschäftsbanken aufgrund eines vorübergehenden Liquiditätsengpasses (z. B. plötzlicher Bargeldbedarf) nicht in der Lage sind, der Nachfrage ihrer Kunden nachzukommen, kann dies in der Kreditwirtschaft zu ernsthaften Störungen führen. In diesem Fall kann die Zentralbank intervenieren, um die von den Banken benötigten Mittel bereitzustellen. Durch die Beaufsichtigung der Finanzmärkte und die Teilnahme an der Erstellung bankaufsichtlicher Standards und Vorschriften versucht die Bank, solche Krisenszenarien nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Liquiditätsmanagement
    Intervention des Eurosystems auf dem Geldmarkt durch Offenmarktgeschäfte, um die Höhe der Einlagen der Kreditinstitute beim Eurosystem und die sehr kurzfristigen Zinssätze zu regulieren.
  • Liquiditätsrisiko
    Das Risiko, dass eine Gegenpartei oder ein Zahlungs- oder Verrechnungssystemteilnehmer einer Verpflichtung bei Fälligkeit nicht in voller Höhe nachkommt. Ein Liquiditätsrisiko bedeutet nicht, dass die Gegenpartei insolvent ist, da diese ihre Schulden zu einem späteren, nicht festgelegten Zeitpunkt begleichen kann.
  • Ländergruppe [32]
    Der Internationale Währungsfonds wird von einem Geschäftsführenden Direktor und 24 Exekutivdirektoren geleitet. Die Letztgenannten vertreten ein Land oder eine Gruppe mehrerer IWF-Mitgliedsländer.
  • Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte
    Vom Eurosystem durchgeführte Offenmarktgeschäfte, im Allgemeinen mit einer Laufzeit von drei Monaten.
  • M1
    Enges Geldmengenaggregat. Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteinlagen bei MFIs und der Zentralregierung (z. B. Post oder Schatzamt).
  • M2
    Mittleres Geldmengenaggregat. Umfasst M1 und Einlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist (kurzfristige Spareinlagen) sowie Einlagen bei MFIs und der Zentralregierung mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren (kurzfristige Einlagen).
  • M3
    Weites Geldmengenaggregat. Umfasst M2 und marktfähige Instrumente, d. h. Repo-Geschäfte, Aktien und Anteile an Geldmarktfonds und von MFIs ausgegebene Schuldtitel mit einer Laufzeit von bis zu 2 Jahren.
  • Maastricht-Vertrag
    Der Vertrag über die Gründung der Europäischen Union, am 7. Februar 1992 in Maastricht unterzeichnet und am 1. November 1993 in Kraft getreten, führt die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen ein. Die dritte Stufe (Einführung der einheitlichen Währung) begann am 1. Januar 1999.
  • Mindestbietungssatz
    Der niedrigste Zinssatz, zu dem die Geschäftspartner beim im Rahmen der Hauptrefinanzierungsgeschäfte durchgeführten Mengentender Gebote abgeben dürfen. Es ist einer der wichtigsten EZB-Zinssätze, die den geldpolitischen Kurs widerspiegeln.
  • Mindestreserven [24]
    Verzinsliche Übernacht-Einlagen, die die Kreditinstitute des Euro-Währungsgebiets beim Eurosystem bilden müssen. Jedes Kreditinstitut muss jeweils in einem Monat im Durchschnitt Einlagen in Höhe von 1 v. H. bestimmter Verbindlichkeiten dieses Instituts bilden.
  • Ministerrat
    Institution der Europäischen Union, die aus Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten besteht. Tritt er in der Besetzung der Wirtschafts- und Finanzminister zusammen, wird der EU-Rat gewöhnlich auch ECOFIN-Rat genannt.
  • Monetäre Analyse
    Eine der beiden Säulen des EZB-Rahmens für eine detaillierte Analyse der für die Preisstabilität bestehenden Risiken, die die Grundlage für die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats bildet. Mithilfe der monetären Analyse sollen die mittel- und langfristigen Inflationstendenzen beurteilt werden, da es längerfristig einen engen Zusammenhang zwischen Geld und Preisen gibt. Sie berücksichtigt die Entwicklungen einer breiten Palette monetärer Indikatoren, einschließlich M3 und seinen Komponenten und Gegenposten (vor allem die Kredite), und verschiedene Messzahlen für Liquiditätsüberschüsse. Siehe auch Wirtschaftliche Analyse.
  • NACE
    Die Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE) ist die Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Union (EU). Seit 1970 wurden unterschiedliche Versionen der NACE entwickelt. Das Akronym NACE geht auf die französische Bezeichnung Nomenclature statistique des activités économiques dans la Communauté européenne zurück.
  • OLO (Lineare Obligationen) [33]
    Vom belgischen Staat ausgegebene langfristige Schuldverschreibungen, deren Zinssatz, Laufzeit und Rückzahlungspreis fest sind. Sie werden in zweimonatlichen Tranchen ausgegeben, und der Emissionspreis wird im Tenderverfahren festgelegt. Sie sind stückelos und werden auf einem Konto gebucht; An- und Verkauf erfolgen über das Clearingsystem der Belgischen Nationalbank oder durch andere Wertpapierclearingzentren wie Euroclear oder Clearstream.
  • Offenmarktgeschäft
    Auf Initiative der EZB auf den Finanzmärkten durchgeführtes Geschäft.
  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) [34]
    Eine in Paris niedergelassene Organisation, in der die Regierungen von 30 Ländern vertreten sind und deren Ziel es ist, dauerhaftes Wachstum, die Beschäftigung und den Lebensstandard ihrer Mitgliedstaaten zu fördern und zur Entwicklung der Wirtschaft und des Handels in der Welt beizutragen.
  • Oversight [35]
    Die Überwachung der Zahlungssysteme zählt zu den Kernaufgaben von Zentralbanken und soll ein reibungloses Funktionieren der Zahlungssysteme sicherstellen sowie zur Stabilität des Finanzsystems beitragen.
  • Preisstabilität
    Die Wahrung der Preisstabilität ist das oberste Ziel des Eurosystems. Der EZB-Rat hat die Preisstabilität für das Euro-Währungsgebiet als einen Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von unter 2 % im Jahr definiert. Er machte auch deutlich, dass er zur Erreichung dieses Ziels die Inflationsrate mittelfristig auf einem Stand von knapp unter 2 % halten möchte.
  • Primärmarkt
    Markt, auf dem neue Anleihen emittiert werden.
  • Protest
    Offizielle Feststellung der Nichteinlösung eines Handelswechsels durch einen Gerichtsvollzieher.
  • Prämienanleihe [4]
    Anleihe, von der jedes Jahr ein Teil durch Auslosung einer Anzahl von Wertpapiernummern zurückgezahlt wird. Gelegentlich sind die Auslosungen auch mit Prämienzahlungen verbunden.
  • Realer Zinssatz
    Rendite einer Forderung (z. B. einer Schuldverschreibung) nach Abzug des Kaufkraftverlusts durch Inflation.
  • Rentenmarkt
    Markt, auf dem langfristige Forderungspapiere, d. h. Forderungspapiere mit einer Ursprungslaufzeit von über einem Jahr, ausgegeben und gehandelt werden.
  • Repo-Geschäft
    Vereinbarung, bei der ein Vermögenswert verkauft und zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitpunkt oder auf Abruf zurückgekauft wird. Diese Art der Vereinbarung ist einem gesicherten Darlehen ähnlich, aber mit dem Unterschied, das der Verkäufer nicht das Eigentumsrecht an den Papieren behält. Verkäufe mit Rückkaufvereinbarungen werden auch als Repo-Geschäfte bezeichnet und auf dem Repo-Markt durchgeführt.
  • Reservebasis
    Die Summe der Bilanzposten (insbesondere Verbindlichkeiten), die als Grundlage für die Berechnung der Mindestreserven eines Kreditinstituts dienen.
  • Reservesatz
    Von der Zentralbank für jede Bilanzpostenkategorie der Reservebasis festgelegter Prozentsatz. Die Reservesätze dienen der Berechnung der Mindestreserve.
  • SITC
    Das Internationale Warenverzeichnis für den Außenhandel oder SITC (Standard international trade classification) ist ein Warenverzeichnis der Vereinten Nationen für die Außenhandelsstatistik (Wert und Volumen der Warenausfuhren und -einfuhren), das Vergleiche hinsichtlich Rohstoffen und bearbeiteten Waren weltweit ermöglicht.
  • Schatzanweisungen [36]
    Kurzfristige Wertpapiere in Euro, die das Schatzamt im Tenderverfahren ausgibt.
  • Schuldtitel
    Versprechen seitens des Ausstellers (Kreditnehmers), dem Besitzer (Kreditgeber) zu einem (mehreren) voraus festgelegten Zeitpunkt(en) einen oder mehrere Beträge zu zahlen.
  • Securities settlement system (SSS) [37]
    ein Verrechnungssystem für Wertpapiere, das die sichere Abwicklung von Transaktionen mit dematerialisierten Wertpapieren auf dem Primär- und Sekundärmarkt garantiert. Hierbei wird die Gleichzeitigkeit der Bewegungen von Wertpapieren und Barzahlungen gewährleistet (Prinzip der Lieferung gegen Bezahlung).
  • Sekundärmarkt
    Markt, auf dem die Geschäfte mit umlaufenden Finanzinstrumenten durchgeführt werden.
  • Solawechsel
    Der Solawechsel unterscheidet sich vom Wechsel lediglich durch die Tatsache, dass er ein Zahlungsversprechens des Schuldners anstatt eine Zahlungsaufforderung oder ein Zahlungsauftrag des Gläubigers ist.
  • Spitzenrefinanzierungsfazilität
    Ständige Fazilität des Eurosystems, mit der sich die Geschäftspartner bei einer nationalen Zentralbank zu einem vorgegebenen Zinssatz einen Übernachtkredit gegen refinanzierungsfähige Sicherheiten beschaffen.
  • Spitzenrefinanzierungszinssatz
    Zinssatz, bei dem der im Rahmen einer Kreditzuteilung zu gewährende Gesamtbetrag erreicht ist und unterhalb dessen es keine Zuteilung gibt.
  • Stabilitäts- und Wachstumspakt
    Ziel des Stabilitäts- und Wachstumspakts ist die Gewährleistung einer gesunden öffentlichen Finanzlage in der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion als Mittel zur Verbesserung der Voraussetzungen für, einerseits, ein starkes, nachhaltiges Wachstum, das der Schaffung von Arbeitsplätzen förderlich ist und, andererseits, Preisstabilität. Insbesondere wird als mittelfristiges Ziel die Forderung nach einem nahezu ausgeglichenen oder einen Überschuss aufweisenden Haushalt gestellt, damit die Länder der EU in der Lage sind, normale Konjunkturschwankungen zu bewältigen und zugleich das Defizit der öffentlichen Haushalte unterhalb von 3 % des BIP zu halten.
  • Strips [38]
    Lineare Schuldverschreibungen, bei denen die Zinsscheine und der Mantel getrennt gehandelt werden.
  • Strukturelle Transaktion
    Offenmarktgeschäft mit dem Ziel, die Bilanzstruktur des Eurosystems dauerhaft zu ändern.
  • Ständige Fazilität [24]
    Den Kreditinstituten des Euro-Währungsgebiets vom Eurosystem eröffnete Möglichkeit, auf eigene Initiative Geschäfte zu einem vorher festgelegten Zinssatz durchzuführen. Das Eurosystem bietet zwei ständige Übernacht-Fazilitäten an: die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität.
  • Swift [39]
    Von der internationalen Bankengemeinschaft gemeinsam verwaltetes Unternehmen, das den Banken in der ganzen Welt ein Netz zur Verfügung stellt, über das diese Mitteilungen über ihre Zahlungen und Wertpapiergeschäfte austauschen. Diese Mittelungen gelten als bindend. Die Vertraulichkeit des Austauschsystems basiert auf der Mitgliedschaft, an die eine Anzahl von Zugangsbedingungen geknüpft sind, ein sehr sicheres und gut ausgebautes Computernetz und die Verwendung einer standardisierten Codesprache, deren Format zentral von Swift entwickelt und verwaltet wird.
  • Systemrisiko [40]
    Das Risiko, dass der Ausfall eines Teilnehmers eines Zahlungssystems, eines Wertaustauschsystems oder der Finanzmärkte ganz allgemein andere Teilnehmer oder Finanzinstitute daran hindert, ihren Verbindlichkeiten fristgerecht nachzukommen (einschließlich der Zahlungsverpflichtungen in einem Zahlungssystem). Ein solcher Ausfall kann zu erheblichen Liquiditäts- oder Kreditproblemen führen und so die Stabilität der Finanzmärkte gefährden.
  • TARGET2 (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer) [41]
    Das europäische grenzüberschreitende Brutto-Abwicklungssystem (alle Zahlungen werden durchgeführt und nicht nur ein Saldo am Tagesende), in dem alle Kreditinstitute ihre Zahlungsaufträge in Euro durchführen können. Im Allgemeinen handelt es sich um Transaktionen mit (sehr) hohen Beträgen im Zusammenhang mit der Abwicklung der Finanzmarktgeschäfte. Target setzt sich aus den Bruttozahlungssystemen der EU-Mitgliedstaaten und dem Zahlungsverkehrsmechanismus der Europäischen Zentralbank zusammen.
  • Umlaufgeschwindigkeit des Geldes
    Die Häufigkeit, mit der das Geld – z. B. die Geldmenge M3 – während eines gegebenen Zeitraums – z. B. ein Jahr – verwendet wird, um Transaktionen – z. B. die im BIP erfassten – zu begleichen. Die Umlaufgeschwindigkeit von M3 ist das Verhältnis BIP/M3.
  • Verbrauchervertrauen [31]
    Der Index des Verbrauchervertrauens ist ein Begriff, mit dem versucht wird, den privaten Verbrauch mithilfe von Erhebungen vorherzusagen. Die Fragen der Erhebung der Europäischen Kommission sind in fünf Kategorien unterteilt: (1) die Finanzlage der privaten Haushalte; (2) die Prognosen zur Finanzlage der privaten Haushalte; (3) die aktuelle allgemeine Wirtschaftslage; (4) die voraussichtliche Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage; (5) die Möglichkeit, Gebrauchsgüter zu kaufen.
  • Vertrag von Rom
    Der am 25. März 1957 von sechs Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Frankreich und Italien) unterzeichnete Vertrag von Rom hatte zum Ziel, einen gemeinsamen Markt und eine Wirtschafts- und Währungsunion zu schaffen.
  • Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) [42]
    Konten, die die Volkswirtschaft beschreiben, insbesondere die Warengeschäfte (Inlandsproduktion, Einfuhren, Verbrauch, Investitionen, Ausfuhren), die Verteilungstransaktionen (Einkommen und Transfers) und die Finanzgeschäfte der großen Sektoren (Unternehmen, private Haushalte und Zentralhaushalte) und der Gesamtwirtschaft.
  • Wechsel
    Der Wechsel ist ein vom Emittenten (dem Aussteller) unterzeichnetes und datiertes, handelbares Wertpapier. Er beinhaltet eine unbedingte Anweisung bzw. einen Befehl an den Schuldner (den Bezogenen), bei Fälligkeit eine bestimmte Geldsumme an eine bestimmte Person oder an dessen Order zu zahlen. Ist der Schuldner einverstanden, akzeptiert er durch seine Unterschrift auf dem Wechsel. Das Format, der Inhalt und die rechtlichen Folgen sind gesetzlich geregelt.
  • Wechselkursmechanismus II (WKM II)
    Wechselkursvereinbarung, die den Rahmen für die wechselkurspolitische Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Euroraums und den nicht zu Beginn der dritten Etappe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) diesem Gebiet zugehörigen EU-Mitgliedstaaten bildet.
  • Welthandelsorganisation (WHO) [43]
    Die Welthandelsorganisation (WHO) wurde 1995 gegründet und hat die Aufgabe, über die Einhaltung der für den Handel zwischen den Ländern geltenden Regeln zu wachen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, für den reibungslosen Verlauf, die Vorhersehbarkeit und die Freiheit des Handels zu sorgen.
  • Werner-Vertrag
    Der Werner-Vertrag (nach dem luxemburgischen Premierminister benannt) vom Oktober 1970 beinhaltete einen Plan zur stufenweise Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion.
  • Wirtschafts- und Finanzausschuss
    Dieser Ausschuss besteht aus den Leitern der Staatskasse und den Vizepräsidenten der nationalen Zentralbanken der Europäischen Union sowie aus zwei Vertretern der Europäischen Zentralbank und zwei Vertretern der Europäischen Kommission (insgesamt 34 Mitglieder). Seine Aufgabe ist es, die Sitzungen der EU-Finanzminister und der Euro-Gruppe vorzubereiten.
  • Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) [44]
    Der Maastricht-Vertrag unterscheidet drei Etappen auf dem Weg zur WWU in der Europäischen Union (EU). Die erste Etappe der WWU begann im Juli 1990 und endete am 31. Dezember 1993; sie war vor allem durch die Beseitigung aller interner Hindernisse für den freien Kapitalverkehr innerhalb der EU gekennzeichnet. Die zweite Etappe der WWU, die am 1. Januar 1994 begann, war maßgeblich von der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), dem Verbot der Finanzierung des öffentlichen Sektors und seinem privilegierten Zugang zu den Finanzinstituten sowie von der Notwendigkeit geprägt, exzessive Haushaltsdefizite zu vermeiden. Die dritte Etappe begann am 1. Januar 1999 mit der Übertragung der geldpolitischen Kompetenzen an die EZB und der Einführung des Euros. Der Prozess der WWU-Gründung wurde am 1. Januar 2002 mit dem Übergang auf das Euro-Bargeld abgeschlossen.
  • Wirtschaftsanalyse
    Neben der monetären Analyse eine der beiden Pfeiler der EZB-Rahmenbedingungen für die umfassende Analyse der Risiken für die Preisstabilität, die die Grundlage für die geldpolitischen Entscheidungen des EZB-Rats bilden. Die Wirtschaftsanalyse richtet sich vornehmlich auf die Bewertung der aktuellen wirtschafts- und finanzpolitischen Entwicklungen und der kurz- und mittelfristigen Risiken, die aufgrund der Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage auf den Güter-, Dienstleistungs- und Faktormärkten in diesem Zeithorizont für die Preisstabilität entstehen können. Dabei wird insbesondere auf die Notwendigkeit geachtet, die Art der wirtschaftlichen Schocks, ihren Einfluss auf die Kosten- und Preisentwicklung und die kurz- und mittelfristigen Perspektiven ihrer Auswirkung auf die Wirtschaft zu bestimmen (vgl. monetäre Analyse).
  • Wirtschaftszweig
    Ein Wirtschaftszweig ist eine Gruppe von Unternehmen, die gleichartige Produkte herstellen.
  • XBRL (Extensible Business Reporting Language) [45]
    XBRL ist eine Computersprache für den elektronischen Austausch und die Standardisierung von Geschäftsberichtsinformationen über das Internet. Die GoE XBRL Belgien wurde gegründet, um den Gebrauch von XBRL in Belgien zu fördern.
  • Zahlungsbilanz [46]
    Statistische Aufstellung der Transaktionen einer Volkswirtschaft mit der übrigen Welt während eines bestimmten Zeitraums. Die Zahlungsbilanz umfasst die Geschäfte mit Gütern, Dienstleistungen und Einkommen, Transaktionen im Zusammenhang mit Forderungen und Verpflichtungen gegenüber dem Rest der Welt sowie so genannte Übertragungen (z. B. Schuldenerlass).
  • Zahlungssysteme [47]
    Gesamtheit von Instrumenten, Verfahren und ganz allgemein von Systemen zur Geldübertragung zwischen Banken mit dem Ziel, den Geldumlauf zu erleichtern.
  • Ziehung [4]
    Auslosung der rückzahlbaren Nummern einer Prämienanleihe. Siehe Prämienanleihe.
  • Zinssatz
    Betrag, den ein Schuldner einem Gläubiger für einen bestimmten Zeitraum im Verhältnis zum Kapitalbetrag des Kredits, der Einlage oder des Schuldtitels zu zahlen hat, üblicherweise in Prozent pro Jahr ausgedrückt.
  • Zwangskurs
    Der Zwangskurs entspricht dem Prinzip, das von allen Zentralbanken verfolgt wird, um die obligatorische Konvertierbarkeit der Banknoten in Gold abzuschaffen. Dieses Prinzip, das uns heute selbstverständlich erscheint, wurde von unseren Vorfahren nicht immer ohne Weiteres akzeptiert.