Münzen

Die Münzkollektion der Nationalbank deckt über 2500 Jahre ab: Die ältesten Münzen stammen aus der Regierungszeit von Krösus (560-547 v.Chr.), dem letzten König von Lydien in Kleinasien, die jüngsten sind die Euro-Münzen.


Neben einer beschränkten Zahl von Münzen, die die Entwicklung der Münze im Laufe der Zeit darstellen, umfasst die Kollektion in erster Linie Münzen, die in Belgien verwendet wurden. Die interessantesten Stücke der Kollektion sind im Museum ausgestellt.

Halbstater

Halbstater

Die ersten Münzen entstehen im 7. Jahrhundert v. Chr. im Königreich Lydien. Sie bestehen aus Elektron, einer natürlichen Gold-Silber-Legierung, aus der Flüsse Hermus und Pactolus gewonnen wird. Ein wechselnder Gold- und Silberanteil macht die Wertbestimmung der Elektronmünzen nicht einfach. Daher wurde versucht, Elektron in Gold und Silber aufzuspalten. Die ersten Gold- und Silbermünzen kamen vermutlich während der Regierung von König Krösus in Umlauf (ca. 560-547 v. Chr.).

Tetradragme

Tetradrachme

Die griechischen Münzen sind die ältesten in Europa. Die internationalste griechische Münze war zweifellos die Athener Eule, wie man die Athener Silbermünze, die ab dem sechsten Jahrhundert vor Christus geprägt wurde, im Allgemeinen nennt. Während die Münzemissionen sehr vieler griechischer Städte auf eine oder zwei Bezeichnungen beschränkt geblieben sind, bestand die Athener Münzserie aus fünfzehn und später sechszehn verschiedenen Werten. Die Münzserie war nicht nur für große oder internationale Transaktionen, sondern auch für die täglichen Einkäufe zu verwenden.

Denarius

Denarius

Bis zum vierten Jahrhundert vor Christus sind auf den Münzen keine Porträts existierender Personen abgebildet. Dies ändert sich nach dem Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.). Seine Nachfolger erkannten ihm einen göttlichen Status zu und setzten sein Porträt auf die Münzen. In Rom erhält Julius Caesar als erster Politiker vom Senat die Erlaubnis, sein Porträt noch zu seinen Lebzeiten auf die Münzen zu setzen, wodurch seine absolute Macht anerkannt wurde. Auf der Münze ist er so abgebildet, als sei er ein König in der Tradition der Nachfolger von Alexander.

Karolingischer Pfennig

Pfennig

Karl der Große führt den Denarius novus, den karolingischen Pfennig, ein. Er basiert auf dem karolingischen Pfund, das in 20 Solidi und 240 Denare unterteilt wurde. Der Pfennig wird fünf Jahrhunderte lang verwendet. Das 12.er System bleibt in Großbritannien bis 1971 erhalten.

Frank

Frank

Die Bezeichnung Franken für eine Münzeinheit ist über 600 Jahre alt und geht auf die Zeit des Hundertjährigen Kriegs zwischen Frankreich und England zurück. 1356 wurde der französische König Johann der Gute bei der Schlacht bei Poitiers vom englischen König Edward dem Dritten gefangen genommen. Nach Zahlung eines Lösegeldes von 3 Millionen Goldecu kam Johann der Gute 1360 frei. Bei seiner Rückkehr sanierte er die französische Währung und ließ eine Goldmünze mit der Aufschrift “Dei gratia francorum rex”, “von Gottes Gnaden König der Franken”, prägen. Nach Auffassung einiger ist dies die Erklärung für die Bezeichnung Franken für dieses Goldstück, andere verweisen auf die Bedeutung des Adjektivs “franc” (frei), das sich auf die Freilassung des Königs beziehen soll.

Kaiser Karl

Karolusgulden

Im 16. Jahrhundert wurden in Mitteleuropa neue Edelmetallquellen erschlossen. Mit der Entdeckung der Neuen Welt wurde eine weitere Edelmetallquelle verfügbar. Die schweren Silberstücke, die Kaiser Karl (1500-1558) und Philipp II (1527-1598) in Umlauf bringen, wie den Karolusgulden und den Philippstaler, werden in diesem Silber geprägt. Sie zeigen erstmals ein realistisches Porträt des Fürsten im Renaissancestil.

silber Löwe

silber Löwe

Dieser silber Löwe ist eine der Münzen, die die Vereinigten Belgischen Staaten nach dem Aufstand gegen die Österreicher im Jahre 1790 ausgegeben haben. Der goldene Löwe hatte jedoch nur ein Jahr bestand, da die Vereinigten Belgischen Staaten nach einem Jahr ein Ende fanden.

5 Franken

5 Franken

Die älteste belgische Münze ist eine Silbermünze zu 5 Franken aus dem Jahre 1832. Auf den ersten Münzen trägt Leopold I einen Eichenkranz. Dies symbolisiert einen, weisen, tatkräftigen König – im Gegensatz zu einem Porträt, auf dem zum Beispiel ein Lorbeerkranz abgebildet ist, der für einen kriegerischen König steht. Auf den kostbaren Goldmünzen blickt der König nach rechts, in Richtung Zukunft. Auf den Silbermünzen ist er nach links schauend abgebildet: So betrachtet er die Vergangenheit. Auf dem Kupfergeld wird der Fürst durch ein schönes stilisiertes Monogramm dargestellt.