Banknoten

Die Banknoten machen den größten Teil der numismatischen Kollektion der Nationalbank aus. Zu Beginn des Jahres 2019 waren es 24.886 Exemplare. Ebenso wie bei den Münzen liegt auch hier der Schwerpunkt auf den belgischen Banknoten. Die ausländischen Banknoten illustrieren die Meilensteine der Geschichte des Papiergeldes bzw. der Geschichte der Finanzwirtschaft im Allgemeinen.

1 Kuan Banknote

1 Kuan Banknote

Nicht nur das erste Papier, sondern auch das erste Papiergeld haben wir den Chinesen zu verdanken. Wann dieses Geld erstmals in China ausgegeben worden ist, ist noch ein Rätsel, aber die ältesten erhaltenen Banknoten stammen aus den 840er Jahren. Auf dieser Banknote aus der Mingdynastie sind der Name des Begründers der Dynastie, Hung Wu, sowie der Wert, 1 Kuan oder 1000 Cashmünzen, zu sehen. Aus dem darunter stehenden Text ist zu entnehmen, dass die Banknote im gesamten Kaiserreich gültig ist, dass Nachahmung mit dem Tod bestraft wird und dass ein Informant mit den Besitztümern des Fälschers belohnt wird.

Kreditivsedlar

Kreditivsedlar

Die moderne Banknote erschien erstmals im 17. Jahrhundert in Schweden als Lösung für einen empfindlichen Mangel an geeigneten Zahlungsmitteln. 1661 erhielt der Privatbanquier Johan Palmstruch vom König ein exklusives Emissionsrecht für nichtverzinsliche Banknoten, die Kreditivsedlar. Diese Banknoten wurden ausgegeben, ohne dass noch ein Gegenwert in Metall vorhanden war. Die acht Unterschriften sowie die Siegel und Stempel sind ein deutlicher Versuch, die Banknote zu sichern und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.

Banknote zu 1000 belgischen Franken

Banknote zu 1000 Franken

Bei ihrer Gründung im Jahre 1850 erhielt die Nationalbank das Alleinrecht, Banknoten zu emittieren. Die erste Banknotenserie wurde ein Jahr später in Umlauf gebracht und bestand aus fünf Stückelungen zu 20, 50, 100, 500 Franken und diesem Schein zu 1000 Franken dessen gegenwert heute rund 6000 Euro betrüge. Von Anfang an wachte die Bank bereits über die Sicherheit und die Zuverlässigkeit ihres ‘Aushängeschilds’. So wurde jede Banknote persönlich vom Gouverneur unterzeichnet (mit Ausnahme der Scheine zu 20 Franken), und auch die Nummern wurden von Hand angebracht. Handschrift war nämlich schwieriger nachzuahmen als gedruckte Namen und Zahlen.

Banknote zu 100 belgischen Franken

Banknote zu 100 Franken

Diese Banknote zu 100 belgischen Franken aus dem Jahre 1915, deren Porträt noch vor dem Krieg von dem Deutschen Max Weber entworfen wurde, zeugt von der schweren Zeit, die Belgien damals durchmachte. Durch Beschluss der deutschen Besatzungsmacht hat die Nationalbank ihr Emissionsprivileg 1914 an die Generale Maatschappij oder Société Générale verloren. Diese Bank ist daher als Emissionsbank angegeben. Die Banknote zeigt ein Kopfbildnis von Königin Louise-Marie, die neben Margrit von Österreich die einzige Frau ist, die allein auf einer belgischen Banknote abgebildet ist.

Notgeld

Notgeld

Die Kriegsumstände erschwerten die Verteilung des Geldes auf das gesamte belgische Staatsgebiet. Daher sahen verschiedene Einrichtungen wie Unterstützungs- und Hilfskomitees, Fabriken und Unternehmen, vor allem aber viele Gemeinden sich dazu gezwungen, ihr eigenes Notgeld in Umlauf zu bringen. Dieses Geld lautete nicht immer auf belgische Franken, sondern erschien auch in Form von Nahrungsmittel- oder Warengutscheinen, wie dieses Exemplar der Gemeinde Saint-Gilles, das für fünf Rationen Kartoffeln stand. Das Notgeld galt nur auf dem Gebiet der Gemeinde, die es emittierte.

Banknote zu 500 belgischen Franken

Banknote zu 500 Franken

Diese Banknote zu 500 belgischen Franken gehört zu der Serie, die unseren Königen gewidmet ist und anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Nationalbank ab 1950 gedruckt wurde. Die Banknoten der Serie “Hundertjähriges Bestehen” setzen die ersten drei Könige Belgiens mit einem wichtigen Ereignis ihrer jeweiligen Regentschaft in Beziehung: Leopold I mit der Gründung der Nationalbank im Jahre 1850, Albert I mit seiner Rolle während des Ersten Weltkriegs und – wie auf dieser Note zu sehen ist – Leopold II mit seinen Kolonialbestrebungen. Der Gestalter Luis Buisseret (1888-1956) verwendete hierfür die Studie “Vier Negerköpfe” von Peter Paul Rubens.

Banknote zu 20 Franken

Banknote zu 20 Franken

Diese Banknote zu 20 Franken ist wohl eine der beliebtesten Banknoten aus der gesamten belgischen Geschichte des Papiergeldes. Sie verzeichnete zusammen mit dem 50-Franken-Schein, auf dem König Baudouin und Königin Fabiola abgebildet sind, eine Rekordauflage. Einer der Gründe für diese Popularität ist ihr kleines, handliches Format und ihr geringer Wert, dank dessen sie auch als Taschengeld für äußerst geeignet befunden wurde.

Banknote zu 5 Millionen Euro

Banknote zu 5 Millionen Mark

Wir können uns heute kaum vorstellen, dass Banknoten zu 5 Millionen Euro in Umlauf sein könnten. Wie diese deutsche Banknote beweist, sind derartige unvorstellbar hohe Beträge jedoch sehr wohl auf Papiergeld gedruckt worden. Dennoch besaß dieses Inflationsgeld im Jahre 1923, also zur Zeit der Hyperinflation und der Jahre der großen Krise, die auf den Ersten Weltkrieg folgten, kaum Kaufkraft.

chinesische Banknote aus dem Jahre 1960

Banknote zu 1 Yuan

Banknoten sind nicht nur Zahlungsmittel, sondern eignen sich auch ausgezeichnet zur Übermittlung von Botschaften, da sie als Massenprodukt von Hand zu Hand gehen und somit auch ‘gelesen’ werden können. Diese chinesische Banknote aus dem Jahre 1960 ist ein gutes Beispiel dafür. Zum einen wird darauf der technische Fortschrift in der Landwirtschaft gepriesen, zum anderen wird die Rolle der Frau in der chinesischen Wirtschaft hervorgehoben.