Eine neue Belgische 2-Euro-Gedenkmünze im Museum  Share

Anlässlich des 25. Jahrestages der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), hat die Königliche Münze von Belgien beschlossen, eine Gedenkmünze von zwei Euro mit dem Porträt ihres ersten Präsidenten, Baron Alexandre Lamfalussy, zu prägen. Diese Münze wurde am 9. Mai 2019, dem Europatag, im NBB-Museum in Anwesenheit von Finanzminister Alexander De Croo, Gouverneur Pierre Wunsch und Frau Lamfalussy offiziell enthüllt. Während der Zeremonie erinnerte Professor Ivo Maes an die beeindruckende Karriere dieses belgischen Ökonome, der an der Wiege der einheitlichen Währung stand.

20190509 - Presentatie 2 euro Lamfalussy - 005 - (c) Hugo Lefèvre

Aber wer war Alexandre Lamfalussy?

Alexandre Lamfalussy © Museum of the National Bank of Belgium

Alexandre Lamfalussy © Museum of the National Bank of Belgium

Der gebürtige Ungar Alexandre Lamfalussy verließ sein Land im Alter von neunzehn Jahren, um dem kommunistischen Regime zu entfliehen und in Löwen zu studieren. Als Wirtschaftswissenschaftler mit einem Doktortitel der Universität Oxford war er über 20 Jahre für die Bank von Brüssel tätig. Von 1976 bis 1986 arbeitete er als Wirtschaftsberater bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der „Zentralbank der Zentralbanken“. Nachher wurde er deren Generaldirektor und blieb dies bis 1994.

In dieser Funktion nahm Alexandre Lamfalussy an allen wichtigen Debatten teil, die zu einer Liberalisierung der Märkte und der Einführung der Einheitswährung führten. Der 1989 veröffentlichte Delors-Bericht erklärt die Phasen, die zu einer Wirtschafts- und Währungsunion führen sollen. Sein Inhalt findet sich im 1992 unterzeichneten Maastrichter Vertrag wieder, der die einzelnen Etappen näher definiert. Das Datum für den Beginn der Währungsunion wurde darin auf den 1. Januar 1999 festgelegt. Dieser Vertrag sieht außerdem die Gründung eines Instituts vor, dessen Lebensdauer von Anfang an begrenzt war: das Europäische Währungsinstitut (EWI). Die Aufgabe des 1994 gegründete EWI bestand darin, den Weg für die einheitliche Währung und die europäische Zentralbank zu ebnen.

1994 wird Alexandre Lamfalussy mit der Leitung des EWI beauftragt. Von der Koordinierung der Währungspolitik bis zum Entwurf der neuen Geldscheine: zahlreiche und in seinen Augen spannende Entscheidungen müssen in Angriff genommen werden. Sicherlich keine leichte Aufgabe, zum Teil auch aufgrund des Verdachts der einheitlichen Währung, die bei einer Reihe von Akteuren fortbestanden hat. Die EZB wurde schließlich am 1. Juni 1998 gegründet.

Lamfalussy starb am 9. Mai 2015 (bezeichnenderweise am Europatag); er hatte die Einführung der Einheitswährung noch erlebt und gilt heute als der „Vater des Euro“. Zwei Jahrzehnten später ist er nun auf einer Euromünze abgebildet.

Die neue Euromünze im Detail

Rechts vorne das Porträt von Alexandre Lamfalussy mit seinem Namen und dem darunter liegenden Ausgabejahr 2019. Links in der Mitte die Abkürzung EMI mit dem Gründungsjahr 1994 und dem Namen „European Monetary Insitute“ am Rande. Darunter befindet sich ein Stapel Münzen mit der Bezeichnung BEF, ECU und dem Euro-Zeichen als Symbol für den Übergang vom belgischen Franken zum Euro. Die Münze wurde von Luc Luycx entworfen, Münz- und Medaillenpräger der Königlichen Belgischen Münze.

20190509 - Presentatie 2 euro Lamfalussy - 010 - (c) Hugo Lefèvre