Europatag  Share

Der 9. Mai ist Europatag. An diesem Tag wird der Rede gedacht, die Robert Schuman 1950 hielt. Am 9. Mai 1950 gab der französische Außenminister eine offizielle Erklärung ab, die später zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) geführt hat. Sie markiert der Beginn der europäischen Einigung. Das Museum der Belgischen Nationalbank beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser europäischen Geschichte und die Rolle Belgiens.

Europa speelbal

Europa hin und her gerissen zwischen Krieg und Frieden. Lithographie von Honoré Daumier aus: Le Charivari, 1869. © Musée Carnavalet-Histoire de Paris

In der Vergangenheit wurden in Europa immer wieder Kriege ausgefochten. Frieden, sofern es denn einen gab, war oft von kurzer Dauer. Belgien stand im Mittelpunkt zahlreicher Kämpfe, was ihr den Beinamen „Schlachtfeld Europas“ einbrachte. So war es nur logisch, dass das Land 1957 zu den sechs Gründungsnationen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörte. Und es ist auch kein Zufall, dass Belgien 1999 erneut zur Gruppe der ersten elf Länder gehörte, die die Eurozone bildeten. Der zugrundeliegende Gedanke der europäischen Integration war, dass Handel die Bindungen zwischen den Ländern stärkt, erst recht wenn die Handelspartner die gleiche Währung teilen.

Mit dem Beitritt zur Europäischen Währungsunion betritt Belgien längst kein Neuland. Von 1865 bis 1926 war das Land Mitglied der Lateinischen Münzunion, der Frankreich, Belgien, die Schweiz und Italien angehörten und der sich später noch Griechenland anschloss. Jedes Land behielt seine eigene Währung, aber die Gold- und Silbermünzen der Mitgliedsländer konnten in den anderen Ländern als Zahlungsmittel verwendet werden.

1921 wurde die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion ins Leben gerufen, die vier Jahre später durch eine Währungsunion ergänzt wurde. Der luxemburgische und der belgische Franken hatten die gleiche Parität, aber die beiden Länder behielten ihre eigenen Münzen und Geldscheine. Auch mit den Niederlanden wurden Wirtschaftsvereinbarungen geschlossen. Der Benelux, dem Belgien, die Niederlande und Luxemburg angehören, entstand 1944 als Zollunion, die 1958 zur Wirtschaftsunion wurde und nach wie vor besteht.

1979 wurde der ECU eingeführt, bei dem es sich um einen europäischen Währungskorb handelt. Belgien ist eines der wenigen Länder, das ab 1987 effektiv ECU-Münzen geprägt hat.

Zwanzig Jahre später wurde der ECU durch den Euro ersetzt. Das Eurosystem ist bis dato die am weitesten entwickelte Währungsunion, die es je in Europa gegeben hat. Durch die gemeinsame Währung wurde der Binnenhandel ebenso wie der internationale Handel erleichtert, und der Euro avancierte zur weltweit zweitwichtigsten Währung hinter dem Dollar.

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