Neue Studie über Paul van Zeeland  Share

Die monetäre und finanzielle Geschichte der Zeit zwischen den Weltkriegen ist einer der die Fantasie am meisten ansprechende Teile des NBB-Museums. Von wilder Hochkonjunktur zu tiefer Depressionkönnte man sie zusammenfassen. Die Rolle von Paul van Zeeland (18931973) als Wirtschaftswissenschaftler, Zentralbankier und Politiker ist höchst bedeutungsvoll. Eine kürzlich erschienene Studie wirft ein neues Licht auf seine Ideen.

Paul Van Zeeland

Paul van Zeeland

Paul van Zeeland and the first decade of the US Federal Reserve System: The analysis from a European central banker who was a student of Kemmerer ist der Titel des im März erschienenen NBB-Working Paper Nr. 339. Im Mittelpunkt steht die Diplomarbeit, die der belgische Wirtschaftswissenschaftler nach seinem Studium in den USA im Jahr 1922 über die ersten zehn Jahre des Federal Reserve Board (Fed) schrieb.

Die Autoren Ivo Maes und Rebeca Gomez Betancourt untersuchen, welchen Standpunkt Paul van Zeeland bei seiner Analyse in Bezug auf zahlreiche Elemente einnimmt: die Notwendigkeit der Zentralisierung des Zentralbanksystems, den Grad der Unabhängigkeit gegenüber dem Staat, der institutionellen Struktur des Systems oder auch die Wirksamkeit, mit der das Zentralbanksystem in der Lage ist, neue Finanzkrisen abzuwenden. Im europäischen Kontext sind diese Themen heute noch immer aktuell.