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Der Vierlander, ein Vorläufer des Euro. Die Anfänge einer Währungsunion

Seit der Erfindung des Geldes haben viele Regionen, Städte, Länder und Völker ihre eigenen Zahlungsmittel eingesetzt. Hierdurch ist eine enorme Vielfalt an Währungen entstanden. Der Euro, der heute in immer mehr Ländern als Zahlungsmittel verwendet wird, ist das Ergebnis eines langwierigen Prozesses, der zur europäischen Währungsunion führte. Der Vierlander (= vier Länder), eine Silbermünze aus dem 15. Jahrhundert, die wir diesen Monat vorstellen, gehört zu den frühen Wegbereitern der Währungsunion.

Der Wechseltisch

Manch einer wird sich fragen, warum mitten im größten Ausstellungsraum des Museums der Belgischen Nationalbank, in dem die Geschichte des Geldes erzählt wird, ein Holztisch steht. Die Antwort ist recht einfach: Dieser Tisch gehörte einem Geldwechsler, der nicht nur Geld wechselte (wie die Berufsbezeichnung schon andeutet), sondern auch als Bankier tätig war. Im späten Mittelalter hielten die ersten Geldwechsler Einzug in die niederländischen Städte. Betrachtet man die ungeheure Vielfalt der sich zu jener Zeit im Umlauf befindlichen Währungen, wird einem sofort klar, welch wichtige Rolle Geldwechsler im mittelalterlichen Wirtschaftsleben spielten.